Beluga II in Köln

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Es war ein beeindruckendes Bild, als sich das Plastikmonster erstmals zu seiner vollen Größe an der Frankenwerft in der Kölner Altstadt aufrichtet. Im Hintergrund war von weitem das gelbe „Nestlé-Protestbanner-Segel“ der Beluga II, dem Greenpeace-Schiff zu sehen.

Im Rahmen der „Shipping Back“ Kampagne hatte die Beluga für zwei Tage in Köln angelegt. Greenpeace hatte im Voraus monatelang weltweit Plastikmüll gesammelt und nach Herstellern sortiert. Das Ergebnis: ein Großteil des Mülls wird aufgrund fünf internationaler Konzerne, nämlich Nestlé, Unilever, Coca Cola, PepsiCo und Procter & Gamble produziert. Greenpeace wollte mit der Aktion darauf aufmerksam machen, dass eben diese Konzerne sich aber bei der Beseitigung des entstandenen Mülls aus der Verantwortung ziehen. Aus dem gesammelten Müll wurde ein Plastikmonster gigantischen Ausmaßes konstruiert, um damit die Verantwortlichen vor der eigenen Haustür auf kreative und eindrucksvolle Weise mit ihrem Müll zu konfrontieren. Greenpeace fordert von den Firmen, auf Einweg-Plastikverpackungen zu verzichten, alternative Verteilungssysteme zu entwickeln und wirksame Konzepte zur Müllvermeidung vorzuschlagen. Als das Plastikmonster in Köln eintraf, war es bereits in Rotterdam, bei der Zentrale von Unilever gewesen. Nach dem Zwischenstopp in Köln ging es weiter in die Schweiz, um Nestlé zu konfrontieren.

In Köln machte das Plastikmonster einen verlängerten Landgang entlang der Frankenwerft. Viele helfende Hände waren nötig um den bis zu 7 Meter hohen und 20 Meter langen Körper zu bewegen. Eine elegante Konstruktion aus Rollen und Bambusstangen erlaubte es den Helfer*innen unter großem Muskeleinsatz und viel Aufmerksamkeit der umstehenden Passanten das Monster an Bäumen und gelegentlichen Radfahrern vorbei zu bugsieren. Bei der Beluga angekommen posierte das Monster für Fotos der zahlreichen Anwesenden und erschreckte und/oder begeisterte die angereisten Schulklassen. Zwei Tage lang führten sechs erfahrene Greenpeacer*innen etwa 1000 interessierte Besucher*innen auf, über und durch die Beluga und gaben Auskunft zu Schiff und der aktuellem Plastikkampagne. Neben Videos zu den negativen Auswirkungen auf die Umwelt und deren Bewohner und Einblicken ins Leben auf dem Schiff, hatten die Besucher außerdem die Möglichkeit sich beim Halten des alten Holzsteuerruders wie auf hoher See zu fühlen. Zurück an Land gab es noch weitere Information rund ums Thema Meere, Plastik und Müllvermeidung und Einsicht ins mobile Labor der Greenpeace Wissenschaftler. Für die Unersättlichen gab es an beiden Abenden kostenlose Vorträge ums Thema Plastikvermeidung und einem müllreduzierten/-freien Leben (Zero-Waste-Lifestyle). Am späten Samstagnachmittag spielte außerdem die irische Band „The Riptide Movements“ und sorgte bei bestem Sonnenschein für echte „Plastival-Atmophäre“.

Die Aktion hat es geschafft aus einem Problem mit Kreativität und Zusammenhalt etwas Schönes zu kreieren. Es war ein wundervolles Gefühl mit so vielen Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen zu arbeiten, zu planen und mögliche Lösungen zu diskutieren. Auch die Kölner Besucher*innen waren von dem Event begeistert, kamen zahlreich und haben sogar lange Wartezeiten in Kauf genommen. Wir bedanken uns bei dem Plastikmonster für seinen Besuch bei uns in Köln und hoffen es hat den restlichen Weg nach Hause gut überstanden.

 

von Claudia Mayer
 

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