Fahrraddemo Kraftwerk Merkenich

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Anmerkung zum Video: Hier hat sich ein Versprecher eingeschlichen: Das Kraftwerk Merkenich hat 2018 über 500.000 Tonnen (und nicht 5.000 Tonnen) CO2 ausgestoßen.

„Rauf aufs Fahrrad – raus aus der Kohle“: die Fahrraddemo zum Kraftwerk Köln-Merkenich

Im Norden von Köln wird im Kraftwerk Merkenich seit 1990 Braunkohle verbrannt, die aus den Tagebauen Hambach und Garzweiler gewonnen wird. In diesen Abbaugebieten zerstört RWE seit Jahrzehnten die Natur und umliegende Dörfer.

Das Kraftwerk wird von der RheinEnergie AG betrieben, die zu 80% im Besitz der Stadt ist und das zentralen Energieversorgungsunternehmen in Köln und Umgebung darstellt. Im Jahr 2018 konnten rund 20% der Kölner Treibhausgasemissionen auf die Kraftwerke der RheinEnergie zurückgeführt werden. Das entspricht etwa der Menge, die der gesamte Kölner Verkehrssektor emittiert.

Wir finden: So kann es nicht weitergehen!

Aus diesem Grund beteiligte sich Greenpeace Köln am 7. Juni 2020 an einer Fahrraddemonstration zum Kraftwerk Köln-Merkenich, die von der Bürgerinitiative Klimawende Köln initiiert wurde. Verschiedene Klimagruppen versammelten sich ab 11 Uhr am Alten Markt. Es folgten mehrere Reden, u.a. von Vertretern der Klimawende Köln über die neue Bürgerinitiative und Tschö RheinEnergie über die Geschichte im Kampf gegen das Kraftwerk in Köln-Merkenich. Aus unserer Gruppe hielt Claudia Mayer einen Vortrag über die Gesundheitsrisiken von Kohlekraftwerken. Passend dazu schwenkten wir ein großes Lungenbanner, um visuell auf die Folgen und Schäden aufmerksam zu machen, die nahe gelegene Kraftwerke auf die Luftqualität in Köln und auf die Gesundheit der Menschen haben.

Anschließend radelten die rund dreihundert Teilnehmer*innen die etwa 10 km bis zum Kraftwerk im Kölner Norden. Dort folgten weitere Redebeiträge. Britta Kox von Alle Dörfer Bleiben erzählte von ihren Erfahrungen mit den Zwangsumsiedlungen am Tagebau Garzweiler und Amanda Luna, eine Klimaaktivistin aus Peru, wies auf die Unterschiede zwischen den beiden Welten des Klimaaktivismus in Europa und Lateinamerika hin.

Doch was fordert die Bürgerinitiative eigentlich?

Die Fahrraddemonstration war der Auftakt für das Bürgerbegehren der Klimawende Köln, das von der RheinEnergie und damit auch von der Stadt Köln fordert, zügig auf Stromerzeugung ausschließlich aus erneuerbaren Energien umzustellen und dies bis spätestens 2030 abzuschließen. Dies ist deshalb so wichtig, weil die RheinEnergie derzeit nur 5,6 Prozent ihres selbst produzierten Stroms aus eigenen Erneuerbare-Energien-Anlagen bezieht. Im Bundesdurchschnitt 2018 lag der Anteil jedoch bei 40,6 Prozent.

Der Klima-Notstand wurde bereits im Juli 2019 ausgerufen, nun muss die Stadt diesen Worten Taten folgen lassen, indem sie ihre Energieversorgung auf erneuerbaren Energien umstellt und aus fossilen Brennstoffen aussteigt.

Der Aktionstag wurde unterstützt von: Allerweltshaus, Attac Köln, Aufbäumen, Ende Gelände Köln, Extinction Rebellion Köln, Fridays for Future Köln, Grannies for Future Köln, Greenpeace Köln, Kölle for Future, Parents for Future Köln, RADKOMM, Students for Future Köln, Tschö RheinEnergie, …

Text: Valeska Götz

Weitere Infos zu dem Bürgerbegehren: https://klimawende.koeln/ 

Weiterführende Links

Weitere Infos zu dem Bürgerbegehren

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