Gegen Pestizideinsatz

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In 38 deutschen Städten protestierten am Samstag Greenpeace-Aktivisten vor Supermarktketten von Aldi, Edeka, Lidl, Kaufhof, Real und Rewe. „Pestizide schaden der Artenvielfalt“ lautet die klare Botschaft der Protestplakate. Die Kölner Greenpeace-Aktivisten informierten die Verbraucher vor Lidl auf dem Habsburgerring und vor Rewe auf dem Hohenstaufenring über den hohen Einsatz von Pestiziden bei der Produktion von Obst und Gemüse. Pestizidkanister  mit Gefahrensymbolen wiesen auf die von Spritzmitteln ausgehenden Gefahren für Tiere und Pflanzen hin. Laut aktueller Forsa-Umfrage ist es 81% der Verbraucher wichtig, dass die Landwirte den Pestizideinsatz reduzieren.

Dieser Meinung sind auch 400 Kölner Verbraucher, die die Protestkarten während der Demonstration vor den beiden Märkten unterschrieben haben. Damit unterstützen sie unsere Forderung an die Firmenzentralen über die Filialleitungen, denen die Karten mit einem Anschreiben und Hintergrund-Informationen überreicht wurden: „Der Handel trägt Verantwortung für die saubere Herstellung seiner Waren – nicht nur für die Qualität der Produkte im Supermarkt. Die Firmen müssen mit ihren Produzenten dafür sorgen, dass weniger gefährliche Pestizide zum Einsatz kommen.“

Äpfel werden im Durchschnitt 21 Mal während der Wachstumsphase mit Pestiziden gespritzt. Kurz vor der Ernte wird der Gifteinsatz gestoppt, damit die Äpfel im Laden verkaufsfähig sind. Aber die Boden- und Grundwasserbelastung ist enorm mit zunehmender Tendenz.

Greenpeace kaufte und testete 33 Proben deutscher Äpfel aus konventionellem Anbau auf Pestizidrückstände. 88% der Äpfel waren belastet. Keine der Probe überschritt die gesetzlichen Grenzwerte. Doch 51% enthielten zwei oder mehrere unterschiedliche Gifte. Es besteht zwar keine akute Gesundheitsgefahr, doch niemand weiß, welche Wechselwirkungen die Cocktails im Körper haben. In 11 EU-Ländern wurden insgesamt 126 Proben getestet. Die Ergebnisse und die der Supermärkte sind hier zu finden.

Viele unserer Gesprächspartner unterzeichneten die Protestkarte mit der Bemerkung, dass sie sowieso nur Bio-Obst kaufen würden. Diesen Hinweis geben wir gerne weiter, denn beim Bioanbau sind u. a. chemische Spritzmittel tabu. Auch die gekauften und getesteten Bio-Äpfel waren erwartungsgemäß unbelastet.

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