Heimat – instand setzen!

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Die Pappnasen rot-schwarz von Köln zogen Karneval vor dem Rosenmontagszug her. Mit Großpuppen und Liedern zeigten sie:

  • wie die Bewohner der Dörfer im Braunkohlenrevier aus ihrer Heimat vertrieben werden, damit RWE weiter Kohle abbaggern kann,
  • wie die Rüstungsindustrie mit Waffenexporten Kriege befeuert, durch die Menschen umgebracht oder aus der Heimat vertreiben werden,
  • wie Bayer mit Pestiziden, wie Glyphosat, die Insekten tötet und heimatlos macht.

Dazu bauten sie einfallsreiche Großpuppen wie den „Glyphosatan“, den „Bayer-Monsanto-Frankenstein“ und den „RWE-Drachen“. Wir haben die Pappnasen begleitet, als sie auf der Anti-Kohle-Demonstration den Teilnehmern mit bissigen und schmissigen Liedern einheizten. Wir waren zu Besuch auf dem Werkstattwochenende, wo sie Puppen bauten und Plakate malten. Wir haben zugehört bei den Proben für die neuen Lieder. Wir waren begeistert.

An dem Werkstattwochenende bastelten einige Pappnasen die Figur „Rüstungskonzerne“, die für die Konzerne Thyssen-Krupp, Airbus, Rheinmetall oder Heckler & Koch steht. Auf den Armen der Figur sind die Produkte abgebildet, die die Konzerne herstellen: U-Boote, Hubschrauber und Gewehre. Durch den Export und den Einsatz dieser Waffen werden Menschen getötet und aus ihrer Heimat vertrieben.

Auf der „Stoppt-Kohle“-Demonstration in Köln waren die Pappnasen auch mit ihren Liedern dabei. Beim Rosenmontagszug nahmen sie das Motto „Uns Sprooch is Heimat“ auf‘s Korn und stellen mit Humor die Unternehmen dar, die als Heimatvertreiber gelten. Dem volkstümelnden Heimatbegriff stellen sie einen alternativen Heimatbegriff gegenüber: Heimat ist offen, demokratisch, tolerant. Heimat verändert sich. Menschen, die eine Heimat haben, schotten sich nicht ab, sondern geben Heimatvertriebenen eine neue Heimat und Geborgenheit. Dafür stehen „D‘r Tünnes un et Mariechen“ als typische Vertreter Kölns, die auch als Großpuppen bei dem Rosenmontagszug auftraten.

 

Der Kapitalismus gegründet auf zwei Witze, erzählt von Nicht-Vorsitzenden der Pappnasen. Das „Bayer-Monsanto-Monster“ ist kein Witz und, grauslich gestaltet, vertreibt es zusammen mit dem „Glyphosatan“ die Insekten vor sich her vom Acker. Aber die wehren sich in Gestalt von großen bunten Insektenfiguren mit Stacheln. Diese Gruppe wurde von der Kölner Honig Connection beigesteuert.

 

Auch Kinder machten mit beim Zug vor dem Zug. Sie stellten eine Schulstunde dar mit Fragen zum Thema Heimat („Solle mer se rin losse?“).