Pestizide gefährden Bienen

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Pestizide in Zierpflanzen sind mit verantwortlich für das weltweite Bienensterben. In Europa starben in den letzten Jahren durchschnittlich 20 Prozent der Bienenvölker, in Deutschland sogar 30 Prozent. Neben Klimawandel, Parasiten und Krankheiten werden die nützlichen Insekten durch den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und in Gärten gefährdet. Eine aktuelle Studie von Greenpeace zeigt, dass extrem bienengefährliche Pestizide aus der Gruppe der Neonicotinoide in teilweise hohen Konzentrationen in Zierpflanzen bei allen Baumärkten gefunden wurden. Die Anwendung dieser Chemikalien wurde von der EU ab Ende 2013 mit Einschränkungen verboten.

Zusammen mit 37 Gruppen in anderen deutschen Städten haben auch die Kölner Greenpeacer/innen bei Obi und Bauhaus Zierpflanzen gekennzeichnet und mit Warnschildchen versehen. Danach wurden die Kunden vor dem Baumarkt bzw. am Einfahrtsbereich mit Infos versorgt. Die Verantwortlichen der Baumärkte erhielten eine Infomappe mit der Forderung, sich mit der Zentrale um Verbesserung bei ihren Lieferanten zu bemühen.

Von den EU-weit gekauften Proben in Baumarkt- und Gartencentern waren 98 % kontaminiert, davon 79 % mit bienengefährlichen Pestiziden. Fast die Hälfte enthielten die verbotenen Neonicotinoide. In deutschen Pflanzenproben waren Mehrfachbelastungen die Regel, durchschnittlich 5 verschiedene Pestizide, in mehreren Proben sogar 10–13 Wirkstoffe! Einige Pestizide sind in der EU gar nicht zugelassen!

Neonicotinoide sind besonders gefährlich für Bienen und Hummeln, da sie systemisch wirken und die Bienen in Sammel- und Lernverhalten, Orientierung und Entwicklung beeinträchtigen. Die subletalen Effekte von Insektiziden auf unsere Bestäuberinsekten werden leider immer wieder unterschätzt. Auf unseren Druck hin haben verschiedene Baumärkte letztes Jahr zwar die als B1 eingestuften bienengefährlichsten Mittel für den Gartenbereich aus dem Sortiment genommen, nun muss jedoch schnellstmöglich sichergestellt werden, dass auch über gekaufte Zierpflanzen keine bienengefährlichen Pestizide in den Garten gelangen. Wir fordern Obi, Bauhaus und Co. auf, ihre Pflanzenlieferanten auf diesen Missstand hinzuweisen und künftig Pflanzen aus ökologischer Produktion anzubieten. Die Biene bestäubt ein Drittel unserer Nahrungsmittel und zuletzt wurde ihre globale Bestäubungsleistung auf 265 Milliarden Euro geschätzt. Tatsächlich ist ihr ökologischer und ökonomischer Wert jedoch unersetzlich.

Bei der Bayer-Hauptversammlung am 29. April hat Greenpeace bei großem Medien-Interesse vor dem Deutzer Messeeingang demonstriert, weil Bayer und Syngenta gegen das EU-Verbot der Neonicotinoide Klage eingereicht haben.

Mehr zum Thema und zur Petition an Agrarminister Christian Schmidt.

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