Reißleine ziehen

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Viele Städte in Nordrhein-Westfalen besitzen RWE-Aktien. Dies ist historisch bedingt, da es früher eine enge Zusammenarbeit zwischen RWE und den Kommunen gab. Auch die Stadt Köln ist noch im Besitz von 1,5 Millionen RWE-Aktien.

Auf der UN-Klimakonferenz in Paris wurde im Dezember 2015 beschlossen, langfristig die globale Temperaturerhöhung auf 1,5 Grad zu beschränken. Auf dieses verschärfte Klimaschutzziel hat man sich geeinigt, weil die Klimaforscher im letzten IPCC-Bericht dargelegt haben, dass der Klimawandel schneller kommen und drastischer ausfallen wird, als bisher angenommen.

Das bedeutet, dass wir viel schneller aus der Förderung und Verbrennung von Kohle, Öl und Gas aussteigen müssen als bisher geplant. Wenn wir den Beschluss von Paris ernst nehmen, benötigen wir in Deutschland einen Kohleausstieg bis 2025!

Greenpeace und Fossil Free rufen daher die NRW-Kommunen seit Anfang des Jahres auf, ihre RWE-Aktien zu verkaufen. Ein Unternehmen wie RWE, welches die Energiewende verschlafen hat und weiterhin zahlreiche Kohlekraftwerke betreiben will, darf nicht länger durch öffentliche Gelder gestützt werden.

RWE-Aktien: Schlecht fürs Klima und für den Haushalt!

Der Kurs der RWE-Aktien ist von 100 € im Jahr 2008 auf aktuell 12 € (Juni 2016) abgestürzt. Durch Missmanagement steckt das Unternehmen in sehr großen finanziellen Schwierigkeiten. Und weil RWE weiterhin an Kohlekraftwerken festhält, ist auch der Ausblick der großen Rating-Agenturen „Standard & Poor's“ und „Moody's“ für RWE schlecht. Daher ist zu vermuten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die RWE-Aktien und RWE-Anleihen als „Spekulative Anlagen“ herabgestuft werden.

Dem Beispiel von Soest folgen

Viele Kommunen haben ihre RWE-Aktien der RWE-Beteiligungsgesellschaft übertragen, um so keine Gewerbesteuer zahlen zu müssen. Noch bis zum 15.7.2016 besteht für die Kommunen die Möglichkeit, von dem Vertrag mit der RWE-Beteiligungsgesellschaft zurücktreten. Erst dann können Sie frei entscheiden, wann Sie ihre RWE-Aktien verkaufen. Falls sie diese Frist verpassen, ist die nächste reguläre Frist für eine Kündigung erst wieder am 30.03.2017. Daher rufen wir die Mitglieder der Finanzausschüsse der Stadt Köln auf, die Chance jetzt zu nutzen und in der nächsten Sitzung die Vertragskündigung zu beschließen, um anschließend die RWE-Aktien gänzlich veräußern zu können.
Der Kreis Soest ist am vergangenen Freitag mit gutem Beispiel vorangegangen und hat den Verkauf aller RWE-Aktien beschlossen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass weitere Kommunen folgen werden.

Greenpeace Köln und Fossil Free Köln fordern vom Finanzausschuss der Stadt Köln:

1) Verkaufen Sie umgehend die restlichen 1,5 Millionen RWE-Aktien.
2) Beschließen Sie nachhaltige soziale und ökologische Kriterien für zukünftige kommunale Investitionen. Sorgen Sie so dafür, dass künftig kein Geld mehr an die 200 größten Kohle-, Öl- und Gas-Unternehmen fließt.
3) Stoßen Sie bestehende Anteile an direkten und indirekten Investments (wie Aktien, Mischfonds, Unternehmensanleihen) der 200 größten Kohle-, Öl- und Gasunternehmen innerhalb der nächsten fünf Jahre ab.

„Wenn es nicht richtig ist, das Klima zu zerstören, dann kann es auch nicht richtig sein, von seiner Zerstörung zu profitieren!“

(Die Informationen in diesem Text sind intensiv und gewissenhaft recherchiert worden. Sollte sich dennoch ein Fehler eingeschlichen haben, möchten wir um Benachrichtigung bitten, damit wir diesen umgehend korrigieren können.)