RWE überschreitet Rote Linie

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Nachdem RWE ankündigte, dass die Landstraße L277 ab dem 20.07. gesperrt und dann abgerissen werden soll, rief das Bündnis ‚Alle Dörfer Bleiben‘ zu einer Demonstration gegen die Zerstörung der Landstraße auf. Die L277 ist das Einzige was die Dörfer Keyenberg, Berverath, Kuckum, Lützerath, sowie Ober- und Unterwestrich noch von dem Tagebau Garzweiler und den Baggern trennt und stellt gleichzeitig eine wichtige Verbindungsstraße zwischen Keyenberg und Lützerath dar. Um den Tagebau Garzweiler II zu erweitern plant RWE diese Dörfer zu zerstören, um an die darunter liegende Kohle zu gelangen.

Gemeinsam mit anderen Klimagruppen wie Fridays for Future oder der Klimawende Köln kamen wir von Greenpeace Köln dem Aufruf von Alle Dörfer Bleiben nach und beteiligten uns an der Demonstration. Denn eine vollständige Auskohlung des Tagebaus, wie sie nach dem Kohlegesetz vorgesehen ist, steht dem Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens offensichtlich entgegen. Außerdem würden weitere 1.500 Menschen zwangsumgesiedelt werden. Über 800 Menschen kamen deswegen am 19.07.2020 zu friedlichen Protesten zusammen, um den Dorfbewohnern Solidarität und Widerstand gegen den Kohleabbau zu zeigen. Denn wir hören nicht auf zu kämpfen, für eine klimagerechte Zukunft, für den Erhalt der Dörfer und gegen rücksichtslose Profitinteressen großer Kohlekonzerne. Die Vergangenheit hat unter anderem durch die Proteste am Hambacher Forst gezeigt, dass mit genügend Druck aus der Bevölkerung, Tatsachen die unumkehrbar schienen, umkehrbar gemacht werden können. Auch in den folgenden Tagen kam es zu weiteren Aktionen anderer Klimagruppen, darunter eine Sitzblockade von Ende Gelände und eine durchgängige Mahnwache. Und in den kommenden Wochen wird es weitergehen. Unter anderem mit einer Radtour von Köln nach Keyenberg am 22.08. und einer große Demonstration am Tagebau Garzweiler II am 30.08. Verfolgt gerne die sozialen Medien und die Homepage von ‚Alle Dörfer Bleiben‘ (https://www.alle-doerfer-bleiben.de) für mehr Informationen.

Zusätzliche Informationen: In einer von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wurde Fragestellungen nach der Notwendigkeit des Braunkohleabbaus und dem Erhalt der Dörfer im Tagebau Garzweiler nachgegangen. Diese belegen, dass für ein Erreichen der deutschen Klimaziele nur noch 280 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert werden dürfen. Derzeit plant RWE mit 630 Millionen Tonne. Ohne eine weitere Umsiedlung und ohne die Zerstörung des Hambacher Waldes könnten allerdings noch mindestens 430 Millionen Tonne Kohle gewonnen werden, immer noch deutlich mehr, als tragbar für das Erreichen der deutschen Klimaziele, wäre (Quelle: https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s02901_gp_tagebau_garzweiler_studie_05_2020.pdf).

Weiterführende Links

Homepage von 'Alle Dörfer Bleiben'
Gutachten Garzweiler II: Prüfung der energiewirtschaftlichen Notwendigkeit des Tagebaus