Weltweit gegen Gifte

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Auch Greenpeace-Aktivisten Köln fordern Konzerne auf, sauber zu produzieren

Köln, 31. 5. 2014 – Aktivisten in Köln fordern den Sportartikelhersteller Adidas heute auf, seine Produktion zu entgiften. Die Aktion vor dem Adidas-Geschäft auf der Schildergasse von 12 bis 15 Uhr ist Teil eines weltweiten Protests in insgesamt 35 Städten in zehn Ländern. Die Ehrenamtlichen informieren Passanten und Adidas-Mitarbeiter über die Freisetzung von Chemikalien in der Fertigung. „Statt immer nur neue Farben und Designs auf den Markt zu bringen, sollte Adidas endlich anfangen, saubere Schuhe zu produzieren“, sagt Christoph Brade von Greenpeace Köln. Um Adidas zur Höchstleistung anzufeuern, hat Greenpeace im Internet die weltweit größte digitale La-Ola-Welle gestartet.

Mit einer Smartphone-App können sich Sportfans und Unterstützer weltweit beteiligen und Teil der Welle werden. Aus den vielen einzelnen Videos soll dann die größte digitale La-Ola-Welle entstehen. Um ein Teil der Bewegung zu werden, muss man sich nur selber filmen oder heute bei den Greenpeace-Aktivisten mitmachen. Wie man ein #DetoxWave Video selber macht, kann man sich hier ansehen.

Rekordumsätze zur Fußball-WM

"Adidas erwartet Rekordumsätze von zwei Milliarden Euro mit WM-Produkten. Was die Firma den Fans nicht sagt: Viele Schuhe und Handschuhe sind noch immer mit gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet. Sie vergiften die Gewässer in den Produktionsländern. Es ist Zeit für eine rote Karte für Adidas - die Firma muss jetzt handeln", sagt Brade. Im aktuellen Produkt-Test von Greenpeace enthielten 17 von 21 Fußballschuhen ionische PFC, darunter auch PFOA. Diese Chemikalie ist noch nicht reguliert, ab Juni 2014 gilt in Norwegen der Grenzwert von 1 Mikrogramm pro Quadratmeter. Der Nike "Tiempo"-Schuh kommt an zweiter Stelle mit 5,9 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter. PFOA kann das Immunsystem oder das Fortpflanzungssystem schädigen oder zu Erkrankungen der Schilddrüse führen. Zwei von vier Torwarthandschuhen enthielten ebenfalls ionische PFC. Der Adidas "Predator"-Handschuh lag mit 2 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter ebenfalls über den Adidas-eigenen Grenzwerten.

Mit der internationalen Detox-Kampagne fordert Greenpeace Textilhersteller auf, Risiko-Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen zu ersetzen. Greenpeace-Untersuchungen belegen seit 2011 immer wieder, dass Chemikalien aus Textilfabriken das knappe Trinkwasser in den Herstellungsländern des Südens verschmutzen. Adidas, Nike und Puma waren die ersten, die sich vor drei Jahren zu einer giftfreien Produktion verpflichteten. Die aktuellen Greenpeace Tests beweisen, dass die Schritte dahin viel zu zaghaft sind.Gleichzeitig haben Firmen wie H&M oder Mango bereits mit der Entgiftung begonnen. Auf der internationalen Detox-Catwalk-Webseite, einem Ranking von Modemarken, schneidet Adidas deshalb besonders schlecht ab. „Adidas muss endlich in die Offensive gehen, statt sich hinter leeren Versprechen zu verstecken,“ sagt Brade.

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