Zeichen gegen "Bienenkiller"

Greenpeace setzt klare Zeichen gegen "Bienenkiller"

Bei Jung und Alt ist das Bienenvolk beliebt. Man denkt im Gegensatz zu Wespen nicht an die schmerzhaften, zum Teil folgenschweren Stiche - vielmehr haben sich die fleißigen Mini-Pelztiere in die Herzen großer Bevölkerungsschichten gesummt. Und das nicht nur des Honigs wegen. Die grundsätzlich friedlich gestimmten gelb-schwarzen Insekten verbinden wir im Unterbewußtsein auch mit unserem menschlichen Dasein. Bis zu 80% aller Pflanzen werden von Bienen bestäubt. "Sterben die Bienen aus", sagte Albert Einstein, "sterben 4 Jahre später die Menschen".

Es ranken sich viele Geschichten um die Bienen, flauschige Stoff-Pendants sind bei Kindern sehr beliebt.Seit Jahren aber geht es den Bienen und Hummeln an den Kragen. Durch die intensive Landwirtschaft und Einsatz vieler Spritzmittel wird es den Bienen schwer gemacht, ihren von Instinkten bestimmten Lebensstil beizubehalten.

Die Nervengifte aus der Gruppe der Neonicotinoide beinflussen die Orientierungsfähigkeiten und Kommunikationsmöglichkeiten untereinander. Hinzu kommt der teilweise Befall der eingeschlepptenVarroamilbe, die sich als Parasit im Pelz der Honigsammler festsetzt und sie aussaugt.

Bienen brauchen vielfältiges Futter, bunte Streuobstwiesen und kleinere Felder mit unterschiedlichem Anbau. Monokulturen wie z. B. riesige Maisfelder - vielfach als Energiepflanze missbraucht - entsprechen nicht dem Bienengeschmack. So wird das Nahrungsangebot stark eingeschränkt, was als weiterer negativer Punkt im z. Zt. strapaziösen Bienenleben zu bewerten ist. Durchschnittlich 20% der Bienenvölker sterben in Europa, in Deutschland sogar 30%. In den USA, wo erheblich mehr Pestzide zum Eisantz kommen, sind bis zu 40% der Bienenvölker verloren.

"Bienenkiller gehören verboten"

Imkerverbände, Wissenschaftler und Umweltschutz-Organisationen warnen schon seit Jahren vor dem Einsatz von Pestiziden. Greenpeace hat 7 der schlimmsten Gifte herausgestellt, drei davon standen heute in der EU als Verbot zur Abstimmung an: Imidacloprid und Clothianidin von Bayer und Thiamethoxam von Syngenta.

Wie wird unsere Bundes-Agrarministerin dieses Mal entscheiden? War die spannende Frage der Fachwelt und NGOs. Um ein klares Zeichen zu setzten starteten viele Organisationen und Greenpeace Online-Petitionen "Bienenkiller gehören verboten, Frau Aigner!" Unsere Aktivisten stiegen am 17. April dem größten Pestizid-Hersteller Syngenta, Basel auf's Dach mit der Aussage"Syngenta-Pestizide töten Bienen" Am 26.4. protesierten sie bei der Bayer-Hauptversammlung in Köln ebenfalls "Bayer-Pestizide töten Bienen".

Lokale Aktivitäten

Am 26. April war Greenpeace Köln traditionell auf dem Umweltfest in Burscheid vertreten und hat den Kontakt zu den aufgeschlosenen Burscheider Bürgerinnen und Bürgern genutzt, um auf die Bienen-Situation hinzuweisen und viele Interessierte zur Beteiligung an der Online-Petition zu bewegen. Schulkinder, die teils klassenweise anrückten, waren besonders angetan, da es u. a. um 'ihre' geliebten und schützenswerten Bienen ging. Unsere Saatgutpäckchen des Bio-Süßmaises 'Bantam' für den 'Kleinanbau' fanden rege Abnehmer.

Ein spezieller Bienentag fand am 28.4. in Finkens Garten, K-Rodenkirchen statt, zu dem der 'Förderverein Finkens Garten' in Zusammenarbeit mit dem Imkerverband, BUND, Nabu und Greenpeace aufgerufen hatte. Hier setzte sich die Begeisterung für die geliebten Bienen und deren Schutzmaßnahmen fort. Hunderte Interessierter suchten die Infostände auf und sahen den gekürten Doku-Film "More than Honey".

Mit Bienen-Quizfragen, Bienenbuttons und selbst gebastelten Samenbomben für bienenfreundliche Blumenwiesen wurden die Mitmacher belohnt. Anschauungsmuster von Samentütchen verschiedener Fabrikate wiesen die Besucher auf die Bezugsmöglichkeiten hin. Denn selbst auf kleinstem Raum, z. B. in Blumenkästen, kann man etwas für die Bienen tun.

Wie geht es weiter?

Wichtig ist aber, dass der Bienenschutz im großen Stile greift:

  • Verbot der schädlichsten Insektizide
  • Umdenken in der intensiven Landwirtschaft.


Inzwischen wissen wir, dass sich heute eine kleine Mehrheit der EU-Länder einschließlich Deutschland für das Verbot der strittigen Pestizide ausgesprochen hat. Ein schöner Anfangserfolg! Haben unsere Aktivitäten unsere Ministerin positiv beeinflusst?
Wir hoffen, dass sie selber zu der Erkenntnis gelangt ist.

von Manfred Bigge

s. auch den Report "Bye-bye Biene?"
von Greenpeace Hamburg www.greenpeace.de

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